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Familie
Sich einlassen
auf ein Lustspiel
auf ein Konzert
ein Drama
eine unendliche
Geschichte
Kinder-Glück
wie du es festhältst
mit warmen Händen
mit offenem Herzen
mit weiter Seele
wie es dir gehört
für eine kleine Spanne Zeit
Den Töchtern
Erlaubt es mir euch zu träumen
verbietet das Träumen mir nicht
ihr seid gewachsen aus Träumen
sie bleiben geschrieben
euch ins Gesicht
Schwer zu halten
die Balance
zwischen euch und mir
ihr seid fort gegangen
bis zum äußersten Rand
ich bleib euch verbunden
mit unsichtbarem Band
Wurzelland
am Anfang der Zeit
werweißwieweit
und gegenwärtig
im Echo früher Lieder
unvergessen im Nachhall
verstummter Stimmen
werweißwietief
im Gedächtnis der Jahre
Generationen
mit jeder Wiege
ein Neubeginn
der Weltgeschichte
jedes Grab
ein Mosaikstein
im Bild des Lebens
Stein um Stein
den Sisyphus befreien
dass sich die Welt bewege
Vernetztes Glück
Könntest du
das Nischenglück
vernetzen
rund um die Welt
das versteckte Glück
das leise Glück
das Glück der Liebenden
es würde den Hass
umzingeln
den Atem rauben
der Friedlosigkeit
Herzblut (Haiku)
Herzblut unverdünnt
Fluß hinter dem Fluß
sich verflüchtigender Zeit
Erziehung
The thing is done
die Schildwacht
hat sich fortbewegt
hat nächtens nimmermüd
dir ein Flügelpaar
auf die Stufen gelegt
Besuch
du warst hier
und doch nicht hier
nah und doch fern
wie ein Windhauch
der leichthin
ein Feld streift
das abgemäht
Nina
hangabwärts die Tage
als dein Lachen hell
über den Räumen lag
deine kleinen Hände
sich einmischten in unser Tun
deine Füße versuchten
Schritt zu halten mit unseren
schnell holtest du uns ein
gingst über uns hinaus
auf Wegen zu dir
Glück
liest du
in Kinderaugen
Glück
und was es
bedeutet
fürs Leben
Corinna
Gestern mit dir unterwegs
über den Fluß
der siebentausend Tage
Heute siebentausend Tage
eingefangen in ein Lächeln
hinüber herüber
Conny:
wenn du dein Segel spannst
spann an den Mut
du brauchst starke Arme
dich zu stemmen
gegen den WInd
Frage an dich:
wo im Gepäck
hast du
den kleinen
den hellen
den funkelnden
Stein versteckt
den Stein
den du liebtest als Kind
den Stein der dir
Durchsicht versprach
und Glück
im Begreifen der Welt
Das schlafende Mädchen"
(Johannes Vermeer)
Die Tochter
die Fragen ritzt
in die Welt
mit spitzem Stift
die Bilder wirft in den Raum
mit scharfsichtiger Kamera
die einen Bogen schlägt
vom träumenden Ich
zu des Künstlers
schlafendem Mädchen
festzuhalten hinter Fragen
den fllüchtigen Traum
Gelöschte Feuer
Für wen denn
fragt sie mich
willst du noch Feuer zünden
(auf deine alten Tage)
so als gäbe es kein Funkensprühen
von Generation zu Generation
Der Enkel
Er kam von fern
mir schnurstracks
ins Herz gelaufen
und blieb
Leon
in kleinste Hände
das Glück verstecken
zum Weiterwachsen
Für dich
ein Regenbogen
schützend um deine Welt
unter den Farben von Versöhnung
den eigenen Weg zu finden
den Weg zu dir
Flaschenpost für den
Enkel
vielleicht
verbirgt sich
in dieser Flasche
ein Engel für dich
befreist du ihn
wirst du wohnen
wie unter Flügeln
Leon:
Am Morgen in die Schuhe steigen
das Traumhemd tauschen
gegen das T-Shirt des Tages
taugliche Jeans finden
für Sprünge über die Stunden
im Rucksack verbucht
das Wissen der Welt
sich einzunisten
Tag um Tag hinter der Stirn
Am Abend aus den Schuhen steigen
das Taghemd tauschen
gegen das Traumhemd der Nacht
die Stirn frei machen
für Ausflüge hinter den Horizont
Den Enkeln
in eure Tage
randvoll sich jagender
Wolkenzeichen
mische sich früh
magischer Ton einer
Paukenmelodie
(2. Mose15, 20
)
Arne
zu kurz die Leiter
zum Himmel
wir stocken sie auf
Sprosse um Sprosse
quer durch die Wolken
bis sie Halt findet
am ausgestreckten
Arm der Sonne
mit heißen Händen
lassen wir Gold regnen
quer durch die Wolken
über die Welt
Blickwinkel
für Corinna
ungewohnt neu
dieser Winkel des Blicks
dieser schräge Blick
dieser Blickwinkel der Satire
dieser wache Blick
auf Absurdes
aufzumischen
das Eingespielte
Filme
die verstören
Aufzeichnungen
dem Leben entlockt
aus dem Blickwinkel
ironischer Distanz
aufzudecken die
offenen Fragen
Si-Mei-Han
in tropische Sonne getaucht
die Tage mit dir
ich trage dich zurück
-wie ein Fundstück-
aus weiter Ferne
Gemeinsamkeit
dieses Kunststück
Gemeinsamkeit zu finden
Gemeinsamkeit zu leben
im Windschatten
von Gegensätzen
Gesichtspunkte
so viele Gesichter
so viele Punkte
so viele Köpfe
so viele Fragen
Gesichtspunkte
wie Standpunkte
von Sternen
wie ein nächtliches
Netzwerk von Licht
Nele
Dein Anruf über Kontinente
Deine Stimme durch den Äther
deine Worte
als hocktest du neben mir
dein Gesicht
zum Streicheln nah
ich buchstabiere Glück
nenn es beim Namen
Claudia-Bettina
Möcht stimmig sein
mit Deinem Lachen
keine Berge tragen
ins blühende Tal
keine Steine rücken
vor den tanzenden Fuß
keine Wolken wecken
über der wachen Stirn
möcht stimmig zu sein
ohne stimmlos zu werden
Anruf am Muttertag
es
gibt
Worte
wunder
wirksam
im
luftleeren
Raum
ihn
zu
füllen
mit
Luft
zum
Atmen
Es gab Zeiten
Da war ich behaust
lief alles in sicherer Spur
der Mann noch da
und die Kinder sprangen
rund um die Uhr
es gab eine Zeit
da war er für immer fort
und die Kinder rundum
suchten jedes für sich
den eigenen Ort
ich blieb zurück im Ring
unbehaust in der Klause
ging in mich rundum
entdeckte schreibend
ein neues Zuhause
Schnee von gestern
sagst du
und beschließt das Gespräch
Schnee von gestern
wiederhole ich
offenen Auges
mitten im neuen
Schneegestöber
Die Töchter heute
ihr aufrechter Gang
ihr wacher Blick
über die Grenzen
begrenzten Seins
ihr Vorwärtsdrängen
ihr zähes Ringen
Türen aufzubrechen
aus beengender Enge
ihr Tagtraum
zu verwirklichen
eine neue Wirklichkeit
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