Tagesboote

stechen in See
wagen den Weg
durch die Wellen
hoffen auf Wind
tragen Träume
tagaufwärts ins Licht

unter der Wölbung
des Himmels
werweißwieviel
Hoffnung





Tagesrhythmus

 am Morgen
der Gruß zum Himmel
der Duft von Kaffee
der Blick in die Zeitung
der reale
der virtuelle Schreibtisch
die geschäftigen Stunden

 am Abend
der langsamere Schritt
die Rückschau über den Rand
Muße  Musik
der Gruß zum  Himmel
das Verlöschen des Tages
die Zeit  im Traum

 



Die Pause

 Zeit zum Atemholen
im Versteck zum Verweilen
hinter dem umtriebigen Tag
ein Buch das mich bannt
eine Laube die mich lockt
eine Rose zum Reden
ein Bild das mir Brücken baut
zu einem anderen Ufer
leichtfüßig weiter zu wandern
auszumachen was  bleibt
im Flüchtigen




Abschiedsabend 

 die Begegnung mit ihm
zu nächtlicher Stunde
weit hinter dem Tag
ich traf ihn draußen
am Strand
redete mit ihm
wie mit einem Freund
er entdeckte mich
auf einem Stein
gesellte sich mir zu
ermunterte mich
aufzustehen
auf seiner Lichtbrücke
weiterzugehen
leichtfüßig ins Offene


Wenn der Frühling kommt... 

taut der Schnee von deiner Seele
öffnen sich Fenster zum Licht
liegt in der Luft ein neues Lied
das dich einholt
wenn der Frühling kommt
das dich weiterdrängt
werweißwieweit





Farbtaumel durchs Jahr

 untertauchen im Gold
der Rapsfelder
wieder auftauchen
im Kornblumenblau-
im Rosenrot
im Sog von Sonnenblumen
sich sicher sein
neu anhalten im Schneeweiß
der Christrosen





Mein Mohn

 dein Feuersprühen
einfangen von fern
dein Lachen
erleben von nah
mit dir wach werden
unter der Sonne
mit dir Farbe bekennen
in Weite und Wind
mit dir
mich sammeln zum Sein
mitten am Tag




Zwischen Tür und Angel

immer stehst du ein Stück
zwischen Tür und Angel
du schaust zurück du schaust voraus
du stehst dazwischen
zwischen Licht und Dunkel
zwischen Ja und Nein
zwischen Heute und Morgen
halb im Verweilen halb im Aufbruch
du stehst dazwischen
hältst dich fest
an der schwankenden Tür
stehst im Windzug der Zeit
stehst zum Weitergehen bereit
ertastest mit zögerndem Fuß
die sichere Schwelle

    Unsere Sehnsucht

    hinter allen Wünschen
    und Träumen
    hinter Tod und Trauer
    unsere Sehnsucht
    die sich wie eine Schleife
    durch die Tage zieht
    unsere Sehnsucht
    die einen Namen sucht
    sich zu verankern
    unsere Sehnsucht
    heißt Gott




    Frühling

    querfeldein
    streift der Frühling
    durchs Land
    stimmt ein Lied an
    gegen Erstarrung
    setzt Farb-Töne gegen das Trübe
    zieht alle Register des Glücks
    zupft die Saiten der Sonne
    und singt
    bis die hohe Hecke im Garten
    erwacht im Grün




    (Springtime

     is strolling
    through the fields
    intonating a song
    against  winter
    bringing coulor-tunes
    against affliction
    pulling all register  of happiness
    playing  with  the strings of the sun
    springtime stays singing
    until the high hedge
    in my garden
    will awake in a green dress)




    An jedem Tag

    richtest du dich ein
    in dieser Welt
    liebst den Wechsel
    liebst das Bleiben
    bleibst unterwegs
    in wechselnden Zeiten
    suchst im Gehen was gilt
    im Bleiben was bleibt
    hältst am Endes des Tages
    die Hoffnung in Händen



    In den Nächten

    legt sich das Herz
    auf die Seite des Lebens
    hinter den Vorhängen des Schlafs
    schlummert das aus dem Tag gefallene Glück

     

    Ich bin der Herbst

    ruft der alte Mann
    und überschüttet sein Enkelkind
    mit buntem Herbstlaub

    das Kind lässt es geschehen
    schließt die Augen und lächelt
    das Lachen des Frühlings

    Herbst

    du bahnst dir den Weg
    winterwärts durch buntes Laub
    wagst dich einzunisten im Nebelhaus
    anzuhalten zwischen den Zeiten
    dich anzufreunden
    mit den Geistern der Dunkelheit
    aufzulösen die Töne der Tristesse

    An jedem Tag

    richtest du dich ein
    in dieser Welt
    liebst den Wechsel
    liebst das Bleiben
    bleibst unterwegs
    in wechselnden Zeiten
    suchst im Gehen was gilt
    im Bleiben was bleibt
    hältst am Endes des Tages
    die Hoffnung in Händen


    Im Alter

    bist du wie ein Baum
    tief verwurzelt neben dem Gleis
    dahinrasender Züge in Zukünftiges
    zwischen windbewegten Ästen
    verfängt sich die Zeit
    findet Halt am festen Stamm
    löst sich auf im Verweilen

     


    Nach dem Tagwerk

     laufen lassen
    was du zum Laufen gebracht hast
    dass sich entfalte
    was in Wünschen gewohnt

     

     

    Einfach so

    ziehen die Tage dahin
    eilig wie die Wolken
    die sich türmen
    und wieder auflösen
    es bleibt dir
    ein Geschmack von Glück
    auf der Zunge
    in den Augen
    tanzende Sonnenfunken
    im Rücken
    ein dich forttreibender Wind
    in den Händen ein Feuerstein
    als Faustpfand
    eingefangener Zeit




    Mein Rosenstock

    Blütenträume
    die wie trunken
    über die Mauer springen
    eine Duftwelle
    wie Antwort
    wenn du ihn grüßt
    wenn du in Worten festhältst
    was nicht zu halten

     

     Heute

    nur Sonne
    und  ein leichter Wind
    der dich streichelt
    der dich forttreibt
    in luftige Ferne
    der dich dem Tag entrückt
    losgelöst Antwort zu finden
    auf Fragwürdiges



    Diese Sonne

    sie drang durch die Poren
    drang mir ins Herz
    durchwärmte Kopf und Sinne

     warme Gedanken
    wie und wo speichern
    für winterliche Tag




    Gib dem Glück

    ein Zuhause unter Haut
    es braucht dich
    dein Herz deine Sinne
    es möcht atmen im Freiraum deiner Träume
    dem unzugestellten
    es möcht sich verlieren unverloren
    in den Tanz deiner Tage




    Die Tür zum Garten

    zu öffnen bringt Glück
    du verlierst dich
    in die Rückseite des Lebens
    wo der Duft des Flieders
    der Zauber der Rosen
    das Dunkel der Büsche
    dich entführen in Gefilde
    hinter dem Tag
    dich zu sammeln zum Sein




    Krokushang

    Sprache der Farben:
    Ton um Ton
    Silbe um Silbe
    Wort um Wort
    alles was wahr ist




    Dieser Regen (Haiku)

    gegen die Scheibe
    du schaust durch Schleier hinaus
    ins Ungeschönte




    Ein Engel

    neben dir am Weg
    er lenkt deinen Schritt
    er lenkt deinen Kopf
    in die Richtung
    die richtige




    An Angel

    next to you
    he guides vour steps
    he guides your mind
    into the direction
    the right one




    Gestundete Zeit

    die Zeit der Träumer und Tänzer
    die Zeit der Verliebten
    der lachenden Kinder
    dein erfüllter Augenblick
    gestundete Zeit
    im Strom der Zeit




    Zeit

    Jahrmilliarden Jahre vor uns
    Jahrmilliarden Jahre nach uns
    dazwischen
    deine Zeit meine Zeit
    gezündete Lebenszeit
    wach aufzufangen
    einen Funken
    Ewigkeit




    Die Zeit

    ein dahinrasender Zug
    du springst auf
    du springst ab
    du lässt dich mitreißen

    oder du sagst: Stop
    steigst aus und liegst
    neben ihr im Gras
    hütest ihren Schlaf

    und wachst darüber
    dass keiner sie weckt


    Zugeworfene Zeit

    so reicht denn ein Jahr
    dem anderen die Hand
    von Händedruck
    zu Händedruck
    zum runden Leben

     

    Gefüllte Stunde

    ist gefüllte Zeit
    glücklich geerdete
    Ewigkeit

     

    Frühling

    ein Ahnen
    wie Vorfreude
    auf Neues
    aufgetaut
    dein Winterherz
    wie es vibriert
    in weicher Luft
    warm durchpulst
    vom Glück
    des Kommenden

     

     

    Trau den Spuren

    draußen im Schnee
    den allerersten
    die dich hinausführen
    über das Glück des Anfangs
    in das Glück des Gelingens

     

     

    Auf Reisen

    trabt mir der Kopf
    davon ins Blaue
    die Luft zu füllen
    mit Schwärmen
    losgelöster Gedanken
    da ist kein Bremsen am Bahnhof
    kein Halt am Flughafen
    kein Stop auf der Autobahn
    erst am Ziel
    sammelst du den Kopf
    wieder ein
    holst die Gedankenschwärme
    heim ins Netz

     

    Herbst angesagt

    alles anders
    und neu
    alles wie gestern
    wie morgen
    alles eingebettet
    in deinen Tag
    in deine sich
    rundende Zeit

    Nebeltag

    Schritte im Nebel
    von Schleiern
    umschlossen der Tag
    kein Duchblick
    kein Halt
    auf leisen Füßen
    schleichen sich
    Stunden voran
    zu lösen
    aus Nebeln den Tag

     

    Früh am Morgen

    sind die Stunden leer
    wie leere Strassen
    nichts ist festgelegt
    das du nicht
    ändern könntest

     

     

    Sonntage

    dein Anhalten
    am Saum der Tage
    abzuwägen
    flüchtiger Tage Gewicht
    auszuloten
    Gewichtiges im Bann der Zeit

     

     

    Augenblicke

    in denen dir
    die Felle fortschwimmen
    wo du mit leeren Händen
    dastehst

    Augenblicke
    die von Glück überfließen
    wo die Hände sich füllen
    mit Licht

     

     

    Ein Stundenglas

    durch das die Zeit
    wie Sand zerrinnt
    zu jeder Stunde
    der Neuansatz
    solange Zeit
    in Stunden zählt

     

     

    Nächte

    Unter den Schleiern
    des Schlafes
    schlummert
    das aus dem Tag
    gefallene Licht

     

     

     

    Mehr Nacht

    als Tag
    in dieser Welt
    weil wir das Leben
    verschlafen

     

     

    Aufbrechen

    in ein Neues
    des Menschen
    Schwingen
    sind die Träume
    des Menschen
    Zukunft
    lauter leere Räume
    dass du sie füllst

     

     

    Einzig die Sehnsucht

    so viel Brüchigkeit
    asuf den Wegen voran
    vollkommen
    einzig die Sehnsucht
    nach Gelingen

     

    Die Muschel des Mondes

    In die Muschel
    des Mondes
    abblegen
    die Fragen
    der Nacht
    zuwarten
    bis er sich
    rundet
    zur Antwort

     

     

    Mir treu

    am Wege
    Luna
    die Freundin
    der Nacht
    eingebettet
    in ihr Kommen
    und Gehen
    das Meer
    und mein Leben
     

     

    Mond

    zwischen
    den niedrigen Häusern
    kam er auf mich zu
    nah und leuchtend
    Du-Mond-sagte ich
    und teilte schwesterlich
    eine Banane mut ihm

     

     

    Hinter dem Tag

    ein Horchen
    auf Widerhall
    auf Rückhall
    der Töne
    die tagüber
    fielen ins All

     

     

    Im Wechselspiel

    Im Wechselspiel der Gezeiten
    hinter der weichenden Flut
    zu Bewahrendes finden
    im ausgewaschenen Sand

     

     

    Frühlingstag

    häng deine Trauer
    an den Magnolienbaum
    zwischen wachsweiche Blüten
    häng deine Trauer
    an den Birkenzweig zwischen silberzarte Blätter
    häng deine Trauer
    an den Fliederstrauch
    zwischen sonnensatte Dolden
    häng deine Trauer
    an den Frühlingstag
    zwischen himmelhelle Träume

     

     

    Morgen im Mai

    du bist dabei
    wenn der Morgen im Mai
    mit dem ersten Möwenschrei
    geboren wird
    du bist dabei
    wenn der Morgen im Mai
    so leichtfüßig frei
    am Horizont steht
    du bist dabei
    wenn der Morgen im Mai
    so sorglos frei
    über die Erde zieht

     

    Sommer

    Den Sommer
    anwachsen lassen über
    der Stirn
    was brach liegt
    zum Blühen bringen
    in neuem Licht
    vielleicht möcht
    ein einziges Wort
    auferstehen
    zum Leben
    unter dem Himmel
    dem einzigen
     
     
     

    Etwas bleibt zurück

    Die Wohnungen
    die einst bewohnten
    bewahren Geheimnisse auf
    hinter Tapeten
    in Ecken und Nischen
    und Schränken
    etwas bleibt zurück
    von dir in der Luft der Räume:
    eine kleine Trauer
    ein Windhauch Glück

     

     Alles bleibt

    Nichts bleibt
    im Verbleiben
    am Fleck
    alles bleibt
    in der Kraft
    entfalteter Flügel.

     

     

    Im Luftzug (Haiku)

    Abschied im Luftzug
    herbstlicher Stunden
    dich treiben Stürme voran

     

     

     

     


     

    Könnt ich

    aufwachen
    mit heiterem Herzen
    die Leiter angelegt
    an das Glück
    der Schwerelosigkeit
    Leben zu entdecken
    im freien Flug


    In der Frühe

    zuwarten
    bis ein Tagtraum
    dich fest auf die
    Füße stellt





    Am Morgen

    den Tag anschneiden
    wie ein frisches Brot
    die erste Scheibe
    sanft bestreichen
    mit guten Gedanken

    am Morgen
    den Tag krönen mit
    einem Zaubertrunlk
    mit seinem Duft
    die Zeit betören

    sie anhalten
    für einen langen
    Augenblick

     

    Aus der Stille

    die Welt bewegen
    heraustretena
    aus dem Alltag
    der  fesselt
    aus der Leere
    die lähmt
    aus  tödlichem Trott
    Licht entdecken
    hinter dem Chaos



    Carpe diem
    (
    nutze den Tag)

    dein Tag
    atmet Gegenwart
    Vergangenheit
    und Zukunft
    in deinem Tag
    blitzt Leben auf
    in der Leuchtkraft
    des Einmaligen




    Im neuen Jahr

    alles neu
    und doch wie immer
    alles wie immer
    und doch ganz neu
    weit offen der Horizont
    hinter den Träumen




    Nie

    nie wird die Sonne müde
    in dir aufzugehen
    wenn du den Tag betrittst
    mit heißem Herzen

    nie wird der Mond müde
    wachzubleiben
    wenn du in Nacht-Räumen
    dich zu entdecken suchst




    Früh am Morgen

    der Abchied vom Mond
    hinter dem Schneehügel
    drüben groß und rund
    zwischen nackten Zweigen
    er sagt ich komm zurück
    später wenn dein Tag
    sich gerundet




    I

    Noch einmal

    Sonne getankt
    so spät im Jahr
    Kräfte gesammelt
    für Kommendes
    noch einmal
    am Meer gewesen
    in den Wind zu setzen
    die Sorgen

     

    Morgenvögel

    gewachsen aus
    Nebeln der Nacht
    anzufliegen
    im Blindflug
    den Tag

    Ein Engel

    nah neben dir am Weg
    ner lenkt deinen Schritt
    er lenkt deinen Kopf
    in die Richtung
    die richtige

    Blick zum Horizont

    vier Augen
    die Weite zu fassen
    v
    ier Augen
    als ließe sich Weite
    deutlicher fassen
    mit doppeltem Blick

    Da kommt der neue Tag

    von fern übers Meer
    über den Zaun
    in den Garten
    und nimmt Platz
    auf der weißen Bank

    ich setz mich hinzu
    mit dem Bündel
    aller Tage
    mit dem Gepäck
    der vielen Jahre

    da fällt es von mir
    das Bündel der Zeit
    fällt ganz leise
    in den Schoß
    des neuen Tages

    Am Morgen im Mai

    abgeholt von der Sonne
    zum Lauf in den Tag
    leicht und sicher
    an ihrer warmen Hand
    unter ihrem Blick
    singen die Vögel in dir
    die wintertasgs verstummten
    Verblasstes blüht auf
    Verdunkeltes lichtet sich
    Lautes wird leise
    Unstimmiges stimmig
    für einen Tag Hand-in-Hand
    mit der Sonne im Mai

     


    Blumen am Wegrand

    das Vergissmeinnicht
    an Hängen der Trauer

    die Sonnenblume
    an Zäunen der Erinnerung

    das Tausendgüldenkraut
    am Wegrand der Hoffnung



    Zeiteinteilung

    Zeiten
    zerteilt
    zugeteilt
    eingeteilt
    Jahr um Jahr
    Tag um Tag
    dass du nicht
    verloren gehst
    in der Bodenlosigkeit
    unbegrenzter Zeit

     

     

    Das Leben erfinden

    Das Leben
    das du dir wünschst
    musst du erfinden
    mit der Kühnheit
    der Gedanken
    mit der Kraft der Träume
    mit dem Vertrauen das trägt

    das Leben
    das du dir wünschst
    musst du erfinden
    um zum Leben zu finden

     

     


    Swantje

    Mit dir
    erwächst neu
    die Welt
    singt von Grün und
    Knospe und Blüte

    Über dir
    breitet sich neu
    ein Himmel
    dass Anfang sei
    wie zu Anfang der Welt

     

     

    Im Heute ist Leben

    Vergangen das Gestrige
    ungreifbar Zukünftiges
    Im Heute ist Leben
    Gewichte zu setzen
    im Fluss der Zeit
    Im Heute ist Leben
    greifbar und gegenwärtig
    im Brennpunkt
    von Gestern und Morgen

     

    Mein Fenster zur Welt

    Was bleibt draußen
    was dringt ein
    hängt sich hinter die Stirn
    nistet in Nächten
    wärmt den Tag
    legt sich als Träne
    auf die Scheibe
    was bleibt draußen
    was dringt ein
    was verdunkelt die Sicht
    was erhellt meine Welt

     

     

    Schneetanz

    wenn wintertags
    der Schneetanz beginnt
    nimmt er dich mit
    ins weiße Vergessen
    kopfüber taumelst du
    mit den Flocken ins Nichts
    dich neu aufzuspüren
    unter dem Schnee

     


    Eingeigelt

    in der Kälte
    du bleibst bei dir
    gehst nicht vor die Tür
    igelst dich ein in der Stube
    hinter der Stirn

     

    Unsichtbar

    zwischen Himmel und Erde
    ein Netz gespannt
    das dich auffängt
    bei Sprüngen voran

     

     

    Sag weiter

    was dich antreibt
    von Tag zu Tag
    erzähl von den Flügeln
    die dir wuchsen bei Nacht

     

    Nachrichten

    Weltgeschehen
    in Stenogrammen
    in Windgeschwindigkeit
    rast Wahnwitziges
    an dir vorbei
    zerreißt dich

    du sammelst dich ein
    ordnest was nicht zu ordnen
    fügst - was dich zerreißt
    zaghaft zusammen
    zum Mosaik

     

     

    Den Sommer bannen

    in einen letzten
    Augenblick
    der Wärme
    jhn schmecken
    wie Glück
    ihn speichern
    unter der Haut
    als Vorrat
    gegen Fröste

     

     

    Vorfreude

    kleines
    unhaltbares
    Glück
    zwischen
    Tür und Angel

     

     

    Roter Mohn

    Brennpunkt
    r
    oter Mohn
    Feuer der Felder
    querfeldein eintauchen
    in den Taumel
    des Sommers

     

     

    Das Spiel geht weiter

    du fängst von neuem an
    du gewinnst du verlierst

    wirfst den Würfel
    wieder und wieder

    führst Figuren durchs Feld
    spielst mit dem Gelingen

     

     

    Die Balance finden

    die Leere füllen
    mit Antworten
    die dir zuwachsen
    aus der Weite
    des Himmels

     

     

    Und wieder

    der Vogel Mut
    auf deiner Schulter
    mit seinem jungen Lied
    wo wohnen die guten Geister
    die dir helfen aufzustehen

     

     

     

    Morgen am Meer

    Leergeweht die Welt
    von Wellen überspült
    was gestern war
    an jedem Tag
    neue Fußspuren
    am weiten Ufer
    zerfließender Zeit

     

     

    Wieder daheim

    bleibt dir lange noch
    im Gedächtnis das Meer
    bleibt dir erhalten
    im Spiel der Wolken hinter
    gelb-verfänglichen Feldern
    bleibt unverloren
    hinter den Steinen der Stadt
    bleibt dir gegenwärtig
    im horizontarmen Alltag
    als schäumender Impuls
    aufzumischen den Boden
    unter den Füßen


     
    Wie denn

    sich aufrichten
    vom froststarren Boden
    der Nacht
    wie denn
    soich öffnen
    den Kräften
    des Himmels

     

    Heute

    guten Gedanken
    Füße geben
    für den Langlauf
    durch den Tag

     

    Luftsprung

    den Sprung wagen
    über sich hinaus
    den Luftsprung
    mit dem freien Fall
    auf die Füße

     

    Schau

    in Flocken
    löst der Himmel
    sich lautlos auf
    schneeweiße Schleier
    umhüllen die Welt
    das Wunder wohnt tief
    unter den Träumen

     

     

    Abschied vom Meer

    an gelehnt den Stein
    den vertrauten
    sag ich adieu dem Meer
    lausche zum Abschied
    den Liedern der Luft
    den tröstlichen
    erfüllt von der Leichtigkeit
    losgelösten Seins


     

    Wolkenspiel

    schau die Wolken
    nie bleiben sie stehen

    wie Gedanken wie Träume
    rund um das Weltgeschehen

     

     

    Loslassen

    Wann
    wirst du
    loslassen

    aufbrechen
    ins Ureigene

    dich selbst
    übersteigen
    ins Verstehen

     

    Zeit

    wie die Zeit anhält
    sich auflöst
    im gelungenen
    Augenblick

     

    Wer

    könnte je
    seine Grenzen
    sprengen und frei
    durch den Horizont gehen


     

    Irgendwann

    verliert die Zeit
    an Gewicht
    pendelt sich ein
    von Tag zu Tag
    ins Zeitlos-Gültige



    Suche

    ich suche etwas
    das überdauert
    etwas Zeitunabhängiges
    etwas Tagunabhängiges
    auf dass lebendig bleibt
    meine Zeit-mein Tag

     

     

    Streifzug durch ein Jahr

    Im Januar
    dein Säckel schnüren für den Aufbruch ins Jahr!
    Im Februar
    kühn über das Eis gleiten, der Kälte in der Welt trotzen.
    Im März
    den Frühlingsboten trauen, ihrem Aufstreben zum Licht
    Im April
    Ostern ahnen, es wagen, mit den Mutigen aufzustehen
    Im Mai
    in goldgelben Feldern versinken in Vorfreude auf Kommendes
    Im Juni
    den Sommerbeginn feiern wie einen Geburtstag Jahr um Jahr
    Im Juli
    fortschwimmen zu neuen Horizonten
    Im August
    für einen Augenblick das Glück festhalten im leuchtenden Mohn
    Im September
    die Hände öffnen für Früchte, die dir vom Himmel fallen
    Im Oktober
    mit den Drachen aufsteigen zum Tanz über den Dingen
    Im November
    Durch Nebelwelten hindurch zu Klarheiten finden
    Im Dezember
    Im Zugang auf Weihnachten wach bleiben für Wunder



    Nie endet

    die Geschichte
    der Schöpfung
    Neujahr
    Neutag
    Neustunde
    Neuschnee
    für neue Spuren 

     Schutzlos

    der Mensch
    unter dem vollen Tag
    unter der leeren Nacht
    ohne den Rückhalt
    am Grenzenlosen

     

     

     

     


     

     






     

     

     

     

     

     

     

     

     

     




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