Was ich mir wünsche:

dass der Himmel aufreißt

dass die Nachtschatten

der Kriege schwinden

dass das Morgenlicht

Menschen zur Weitsicht weckt
dass die Mauern
der Unvernunft brechen

dass ein Tag heraufzieht

ohne tödliches Treiben

dass ein Neues wächst

unter der nimmermüden Sonne




Was dich weitertreibt

was dich weitertreibt

ist ein Traum
ein Traum der nicht zerbricht

an der Wirklichkeit
ein Traum der nicht verwelkt
unter dem Herbst
ein Traum der nicht verstummt

unter Stürmern




Auch die Einsamkeit

gehört zu Dir

als neue Erfahrung

nach gefüllten Tagen 

und Jahren des Lebens

auch die Einsamkeit

die gegenwärtige

will Gestalt gewinnen

als Gegenüber





Sicher wohnen

du brauchst einen Standort
im Weltgetriebe
ein Standbein
in der Weitläufigkeit
eine eigene Meinung
im Disput
sicher zu wohnen
wo immer du wohnst

 

 

Zu überlegen ist

welchen Schritt du anschlägst
weil die Zeit drängt
es gilt eine Gangart zu suchen
weit weg vom Gleichschritt
vom Jogging
Tänzeln
Trippeln
Schleichen
es gilt den Schritt zu finden
der das Unheil einholt
noch vor der großen Talfahrt

 

Wunder heute

wo sind heute die Blinden die sehen
wo sind heute die Lahmen die gehen
wo sind heute die Aussätzigen
die rein werden 
wo sind heute die Tauben die hören
wo sind heute die Toten die aufstehen

plötzlich fängt einer an
deutlicher zu sehen
plötzlich fängt einer an
aus dem Trott zu gehen
plötzlich fängt einer an sich zu häuten
plötzlich fängt einer an hinzuhören
plötzlich fängt einer an aufzustehen
um neu zu verstehen
und jedesmal
ist ein Wunder geschehen

 

 

Im Heute ist Leben

Vergangen das Gestrige
ungreifbar Zukünftiges
Im Heute ist Leben
Gewichte zu setzen
im Fluss der Zeit
Im Heute ist Leben
greifbar und gegenwärtig
im Brennpunkt
von Gestern und Morgen

 

Eindeutig

So viele Denkweisen
wie Köpfe
so viele Sichtweisen
wie Augen
so viele Hörweisen
wie Ohren

eindeutig allein
die Weise der Liebe

 

Glück festhalten

dem Glück nicht nachjagen
auf der Überholspur
der Superlative

das Glück festhalten
am Wegrand
im feurigen Mohn

 

 

 

Was dir bleibt

nichts ist mehr zu halten
der Sommer geht hin
Wolken schwärzen den Himmel
der Wein an den Wänden vergilbt
was unter der Sonne wuchs
hat ein Sturm zerrissen
hinter den Türen lauert der Frost
Gedanken schrumpfen zu Chips
warme Worte sind nicht mehr vorrätig

es bleibt dir der Regenbogen
dich festzuhalten

 

 

Herbst

einziehen
in das Haus
warmer Gedanken
die Früchte
des Sommers
sie lagern in dir

 

 

Wunder

wo Hoffnung ist
verrücken Felsen

wo Vertrauen ist
trägt dich das Meer

wo Liebe ist
wachsen Wunder

 

 

 

Licht entdecken

wirf den Ballast fort
den sie dir umhängten
im Namen Gottes

streif das Büßergewand ab
das sie anpaßten
im Namen Gottes

löse die Riemen der Schuhe
die sie dir zuschnürten
im Namen Gottes

denn Gott ist Freiheit
Gott schenkt dir
die Flügel des Adlers

dich aufzuschwingen
Licht zu entdecken
hinter dem Dunkel

 

 

Dein Pinselkstrich

male mutig dein Bild
in den Rahmen der Welt
mit Farben
die dir gefallen
plane deinen Pinselstrich ein
im Entwurf des Bildes
von heute für morgen

der Hintergrund sei wichtig dir
lass darauf Farben erblühen
lass sie einschmelzen
und zu Formen erwachen
annehmbar dem Aug und Gemüt
dem Verstnd verständlich
der Verrnunft fassbar

tupf in die Schwärze des Krieges
die weißen Flügel des Friedens
misch in die Farbe des Hungers
die Farbe Gerechtigkeit
in das Nebelgrau der Zukunft Licht
in das Dunkel des Leides
das Rot der Liebe

nimm heute deinen Pinsel
und male auf gültigem Grund
das Bild von morgen

 

 

 

Eine Hütte bauen

brückenschlagnah
brückenschlagfern
vom Festland
offener Fragen

 

 

 

Nicht dort

bist du am Ball
wo tausend Dinge
dein Herz umfassen
nur dort
wo dein Herz
Dinge umfasst
ganz umfassr
vielleicht nur
ein einziges Ding

 

 

 

 

 

Wo Vergehen lauert

es ist nicht viel
was bleibt
von Jahr und Stunden
hast du die Farbe nur gefunden
und Töne eingefangen
bleibt
wo Vergehen gelblich lauert
leuchtend ein Gedanke stehen
der heimlich überdauert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und eines Tages

gerätst du ins Schweben
da ist nichts Festes mehr unter den Füßen
du verlässt den Alltagskokon
lässt dich gleiten ins Offene
nach allem Festgefügten
entdeckst eine neue Welt
eine noch unentdeckte
eine leichtere losgelöst
vom Druck des Tages
wagst den Blick in die Weite
um
neu zu verstehen

Breiten- und Längengrade

auf welchem Breitengrade
befindest du dich
an welchem Längengrad
hängst du fest
wie orientierst du dich
wo ist dein Standort
zwischen Himmel und Erde
unter Mond und Sonne
hinter Wolken und Wind
in Stürmen im Stau
wo geht dir ein Licht auf
Orientierung zu finden
inmitten verwirrender
Breiten- und Längengrade 


So einfach:

Umsteigen
wenn du im falschen Zug sitzt

aussteigen
die Route entdecken
die dich zum Ziel führt




Wegweiser

wo sind
Wegweiser

wo ist
der Weg

offen alle Wege
es gibt der Wege viel

gib deinem Ziel einen Namen
deinem Namen ein Ziel

auf Wegen zu dir


Nach uns

wird bleiben
der Baum
der wortlos
Geschichten erzählt
von Menschen
die unterwegs
Schutz suchten
in seinem Schatten

 

 

Leben im Staccato

sprunghaft
abgehackt
die Worte
die Gedanken
kurzatmig
der Kontakt
staccato
die Kommunikation
über Handy
SMS
Telefon
das Hüpfen
durch Programme
Leben im
Staccato
springlebendiger
Rhythmus
ruheloser Tage

 

 

 

Vernetztes Glück

Könntest du
das Nischenglück
vernetzen
rund um die Welt
das versteckte Glück
das leise Glück
das Glück der Liebenden
es würde den Hass
umzingeln
den Atem rauben
der Friedlosigkeit

 

 



      

Heute

mehr Kopfüber
als Herzüber
alles berechenbar
alles messbar
mit Instrumenten

wehe
dein Herz schlägt
unberechenbar aus

 

 

 

 

 

Wegsuche

vergebens
suchst du den Weg
auf der Autokarte

vergebens
suchst du den Weg
im Taumel des Tages

vergebens
suchst du den Weg
im Horoskop der Sterne

vergebens

es sei denn
es wegt sich ein Weg
aus der Liebe

 

 

 

 

 

 

Ein Nachtvogel

lass nicht zu
dass ein Nachtvogel
geistert in deinen Gedanken
gib das Geäst frei
dem Vogel des Lichts

der Hoffnung
ein Nest zu bauen

 

 

 

 

 

 

Felder der Furcht

sing ein Lied
gegen die Angst
dass Töne dich tragen
auf die Höhen der Hoffnung
dass wegsamer wird
der schwierige Weg
aus den Feldern der Furcht

 

 

 

 

 

 

 

Für Anne

lass uns
ein Bäumchen pflanzen
du und ich
auf Hoffnung hin
lass uns vertrauen
du und ich
auf die Kraft des Himmels
lass uns nicht müde werden
du und ich
solange Tag ist

 

 

 

 

 

 

Das Unfassbare

es wächst
der Argwohn
gegen das Unfassbare
gegen abstrakte Gefahr
gegen ein Menschenwerk
monströser Vernichtung
rund um die Erde

es wächst die Fantasie
der Furchtlosen
die Solidarität der Träumer
die Freundschaft
der Friedfertigen
des Bruders Hüter zu sein
rund um die Erde

 

 

 

 Aber wie herauskommen

aus dem Zirkel
zermürbender Fragen

aus dem Gewitter
gewaltiger Bedrohung

aber wie herauskommen
aus der Ohnmacht

ohne die Macht
des Vertrauens

 

 

 

 

 

Ein Strauß für deinen Tag

ein Vergissmeinnicht
für die Vergessenen
ein Tausendgüldenkraut
für die Belasteten
eine Goldrute
für die Wegsucher
ein Zweig Silberweide
für die Traurigen
eine Sonnenblume
für die Lichtsucher
eine Pusteblume
für die Sicheren
eine Glockenblume
für die Ertaubten
ein Jasmin
für die Erblindeten
ein Feuerdorn
für die Müden
weine Schlüsselblume
für die Mutlosen
ein Glücksklee
für die Kinder der Welt

ein Jelängerjelieber für dich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

dass ein Tag heraufzieht
_ohne tödliches Treiben_
_______



Email Gästebuch
Ankommen Hellhörig
Familie Schatzsuche
Feiertage Sprachlos
Flügel Tagaus - Tagein
Fragt sich Überschreiten
Freundschaft Unterwegs
Für dich Weitere Texte
Gedanken Beginn